29 Aug

Alkoholismus – die schleichende Krankheit

Die Alkoholsucht gehört zu den schweren seelischen Erkrankungen, die meist schleichend beginnt und von dem Betroffenen erst erkannt wird, wenn er abhängig geworden ist. Laut Studien sind alle Gesellschaftsschichten gleichermaßen betroffen, denn die Alkoholsucht kann jeden treffen. Im Zuge einer Alkoholsucht kommt es fast immer zu einem sozialen Abstieg, der nicht nur den Trinkenden selbst betrifft, sondern auch seine Familie und den Bekanntenkreis. Alkoholsüchtige und ihre Angehörigen benötigen immer professionelle Hilfe. Wichtig ist jedoch, dass der Betroffene sich selbst eingesteht, an Alkoholismus zu leiden.

Woran erkennen Sie, dass Sie oder ein Familienmitglied gefährdet sind?

Alkoholkonsum wird erst ab einer bestimmten täglichen Menge gefährlich. Die Richtwerte werden anhand bestimmter Faktoren errechnet. Männer vertragen eine größere Menge Reinalkohol als Frauen. Auch das Alter und Gewicht werden in die Berechnungen mit einbezogen. Ein risikoarmer täglicher Konsum liegt bei Frauen bis 12 g, bei Männer bis 24 g. Als Richtwert können folgende Mengenangaben genommen werden:

– ein Glas halbtrockener Wein mit rund 0,2 l entspricht ungefähr 16 g Reinalkohol
– ein Glas Bier von 0,33 l besitzt rund 13 g Alkohol.

Wer regelmäßig mehr zu sich nimmt, läuft Gefahr, an einer Alkoholsucht zu erkranken. Ein kleiner Selbsttest kann aufzeigen, ob Sie oder Ihre Familienangehörigen als Alkoholkrank eingestuft werden müssen. Dazu sollten Sie versuchen, an zwei aufeinander folgenden Tagen keinen Tropfen Alkohol zu trinken. Dazu zählen auch die zwei Bier am Abend vor dem Fernseher. Wenn es Ihnen schwerfällt beziehungsweise unmöglich ist, darauf zu verzichten, so ist Ihr Alkoholkonsum bedenklich und sollte genauer beobachtet werden. Denn Alkoholsucht ist nicht von der Menge abhängig, sondern von der Regelmäßigkeit des Konsums.

Erste Anzeichen für eine Alkoholkrankheit sind natürlich ein verstärktes Verlangen nach Alkohol mit einer allmählichen Mengensteigerung sowie Entzugserscheinungen, wenn kein Alkohol zur Verfügung steht. Soziale Kontakte werden zunehmend vernachlässigt, genau wie früher bestehende Interessen wie Hobbys etc. Wird der Alkoholgenuss auch trotz negativer Auswirkungen fortgeführt, benötigt der Betroffene professionelle Hilfe.

Welche Behandlungsmöglichkeiten und Heilungschancen gibt es?

Alkoholismus kann gravierende Auswirkungen auf Ihre Gesundheit haben. Es drohen nicht nur Lebererkrankungen, sondern die Schädigungen aller inneren Organe, Blutarmut oder Bluthochdruck sowie Krebs, Potenzstörungen und Schäden am Nervensystem, um nur einige zu nennen. Des Weiteren kann es durch Gleichgewichtsstörungen zu Stürzen und Unfällen kommen. Eine ärztliche Behandlung ist daher anzuraten. Voraussetzung ist jedoch, dass der Betroffene seine Alkoholsucht einsieht und aktiv mitarbeitet. Nur dann sind ein Erfolg und eine lebenslange Abstinenz möglich. Eine Heilung ist nicht möglich, denn einmal abhängig, ist man sein Leben lang gefährdet, wieder rückfällig zu werden. Eine Therapie kann stationär oder ambulant erfolgen. Begleitende Maßnahmen sind Einzel-, Verhaltens- und Gruppentherapien sowie Stressbewältigungstraining etc. Der behandelnde Facharzt wird einen genau auf den Betreffenden abgestimmten Behandlungsplan erstellen, der sich auch nach den vorliegenden Auslösern einer Alkoholsucht richtet. Wichtiger Bestandteil einer Therapie ist die Einbeziehung der Familie, denn das Umfeld leidet nicht nur unter einer Alkoholsucht, sondern muss auch aktiv mitwirken, um diese erfolgreich und auf Dauer bekämpfen zu können.